Das Metaverse: Eine Utopie im Zeitalter des Datenschutzes?

Neuer Kurzbeitrag in ZD-Aktuell 2025, 01194 von Felix Büning

Das Metaverse ist eine dreidimensionale virtuelle Welt, die durch technische Fortschritte (VR-Brillen sowie Plattformen wie Roblox oder VR Chat) zunehmend Realität wird. Es wird sowohl für Unterhaltung als auch im industriellen Bereich genutzt. Prognosen erwarten bis 2030 ein Marktvolumen von bis zu fünf Billionen US-Dollar.

Die Nutzung des Metaverse erfordert eine umfangreiche Datenerfassung (z.B. Augenbewegungen, Herzfrequenz, Raummaße). Diese Daten können intime Einblicke geben und für Werbung, Manipulation oder politische Zwecke missbraucht werden. Rechtliche Probleme ergeben sich vor allem bei der Bestimmung des Verantwortlichen in dezentralen Plattformen. Persönlichkeitsrechte sind durch virtuelle Belästigungen durch menschliche Nutzer und schwer erkennbare Social Bots bedroht, besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Zu den Problemfeldern Social Bots, virtuelle Belästigung, immersive Datenschutzerklärungen und Einwilligungen sowie Intensität der Datenerfassung werden im Rahmen des PRiME-Projekts folgende Lösungsvorschläge erarbeitet:

Durch § 18 Abs. 3 MStV wird eine Kennzeichnungspflicht für die Verwendung von Social Bots vorgeschrieben. Dies gilt nach Art 50 Abs. 1 KI-VO ebenfalls für Social Bots, die in den Anwendungsbereich der KI-VO fallen. Im Zuge des Projektes sollen Kennzeichnungspflichten (z.B. Bot-freie Zonen oder visuelle bzw. textbasierte Hinweise) untersucht werden. Eine virtuelle Belästigung im Metaverse wird stärker wahrgenommen als bloße Textnachrichten. Als mögliche Lösungen stehen technische Maßnahmen wie Warnsignale, Blockierfunktionen, Fluchtmöglichkeiten zur Verfügung. Eine der zentralen Fragen ist, wie mit den Einwilligungen in die Verarbeitung der Daten umgegangen werden soll. Dies steht zweispalt zwischen einer sicheren Verwahrung der Daten und einer barrierefreien Nutzung. Zu den Lösungsmöglichkeiten und den Problemstellungen gehören Datenschutzassistenten, personalisierte Informationssysteme und die Vermeidung von Dark Patterns. Der Gefahr durch die größere Menge an Daten soll durch eine stärkere und transparentere Information der Nutzer begegnet werden. Die Anzeige aktiver Sensoren, temporäre Hinweise oder eine Datenschutzampel für Transparenz sollen dies ermöglichen.